Vorgeschichte

1847 brannten im Dorf Willingen bei einem Großbrand zweiundvierzig Gebäude einschließlich des erst 1838 neu erbauten Schulhauses und die Kirche ab.

Die Schule wurde schon 1848 wieder aufgebaut. Die Kirche konnte mit Hilfe einer im gesamtem Fürstentum durchgeführten Hauskollekte im Jahr 1852 wieder eingeweiht werden.
1853 gingen erneut zwölf Häuser in Flammen auf. Nach diesen Katastrophen gab es in Willingen erste Bemühungen, etwas zum Brandschutz zu unternehmen
Die Gemeinde baute ein Spritzenhaus aus Holz und es gab wie in anderen Dörfern eine Handdruckspritze. Wann das Spritzenhaus gebaut und die Handdruckspritze beschafft wurde ist nicht mehr bekannt. Aus einem Protokoll vom 27. April 1860 geht hervor, dass Gemeindevorstand und Gemeinderat den Bau eines neuen und massiven Spritzenhauses einstimmig beschlossen. Der Bürgermeister solle selbiges ausschellen lassen und dem Mindestforderndem den Zuschlag  erteilen.

Das neue Spritzenhaus verhinderte aber nicht, dass es weiter brannte. Das Verbot des Flachsdörrens in Öfen innerhalb von Gebäuden wurde 1875 und 1877 erneuert, um die wohl häufigste Brandursache vermeiden zu helfen. Trotzdem brannte es immer wieder. Wo und wann es brannte ist nur noch von wenigen Fällen aus alten Zeitungsberichten bekannt.

Die Feuerbekämpfung war völlig unzureichend organisiert. Die Alarmierung der Bevölkerung erfolgte mit Hilfe der Kirchenglocken, die Sturm läuteten. Löschwasser entnahm man dem Itterbach. Zunächst bildete man eine Menschenkette, die mit Hilfe lederner Eimer das Wasser vom Bach zum Brandherd und zum Wasserbehälter der Spritze, soweit diese nicht grade defekt war, von Hand zu Hand weitergab. Mit dieser wenig effektive Handlungsweise war eine wirkungsvolle Brandbekämpfung kaum möglich.


Die Zeit bis 1929

Am Samstag, dem 7. April 1898 brannte das Haus des Fuhrmanns Christian Vollbracht – Kremers bis auf die Grundmauern nieder.
Die Waldeckische Landeszeitung schrieb, dass keine auswärtigen Spritzen erschienen waren und die Willinger Wehr vollauf zu tun hatte,
das angrenzende Gebäude kalt zu halten. Obwohl von der Willinger Wehr berichtet wird, gab es immer noch keine örtliche Feuerwehr.
Es waren Nachbarn und die anwesenden Männer des Dorfes, die sich bemühten das Feuer in Grenzen zu halten.
Ein erneutes Feuer äscherte das Anwesen des Landwirts und Handelsmanns Heinrich Kesper - Jägers am 25. Mai 1902 bis auf den Grund ein. Die benachbarte Schwalefelder Spritze kam zur Hilfe.

Am 18. April 1906 brannte das Wohnhaus des Handelsmanns und Zimmergesellen Karl Schweinsberg völlig ab.

Bereits kurze Zeit später brach in dem Wohnhaus des Landwirts und Handelsmanns Karl Bäringhausen Feuer aus,
das sich sehr schnell ausbreitete und das gesamte Gebäude total einäscherte. Die Feuerwehren aus Usseln und die Spritze
aus Schwalefeld eilten zur Hilfe. Sie konnten aber nur die bedrohten Nachbarhäuser retten. Die Waldeckische Landeszeitung
schrieb nach dem Brand des Wohnhauses des Handelsmanns Müller, dass sich die Brände in Willingen in letzter Zeit in bedenklicher Weise mehrten.

Erst am 1. Mai 1929 gelang es auf Initiative des damaligen Willinger Bürgermeisters Heinrich Stremme – Schkütteles in Willingen eine freiwillige Feuerwehr unter dem Motto: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ zu gründen. Willingen hatte inzwischen 1030 Einwohner, von denen ca. 150 als Handelsleute ihr Brot
verdienten und unterwegs waren.


Die ersten 25 Jahre

Die ersten Bewährungsproben ließen nicht lange auf sich warten. Das Haus Behle – Zaches brannte am 11. Mai 1929 nieder. Die Feuerwehrmänner waren die ganze Nacht mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt.

Bereits einige Wochen später am 3. Juli 1929 kam der nächste Einsatz. Das Haus des Landwirts Christian Saure – Hertüngeses brannte völlig ab.

Aber auch erste andere Verpflichtungen übernahmen die Feuerwehrmänner für die Dorfgemeinschaft. Bereits im Januar 1930 verkauften sie Eintrittskarten und sorgten für die Absperrungen  im Start – und Zielbereich während eines Skiwettkampfs.
Am 7. Februar 1930 kam kurz vor 6 Uhr der nächste Alarm. In der Oberförsterei im Stryck war Feuer ausgebrochen. In aller Eile spannte Christian Vollbracht seine Pferde vor die Handdruckspritze und im Galopp ging es in den Stryck. Die Feuerwehrleute eilten zu Fuß zur Brandstelle. Zum Glück konnte die herbeigeeilte Wehr ein Übergreifen auf die Wirtschaftsgebäude verhindern. Allerdings gestalteten sich die Löscharbeiten bei starkem Frost sehr schwierig, da das gesamte Löschwasser von den wenigen Feuerwehrleuten aus dem Fischteich geschöpft und zur Pumpe getragen werden musste.  Gegen 9 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.

Schon immer versuchten die Willinger bei Bränden in den Nachbargemeinden zu helfen. Mit den zu Verfügung stehenden begrenzten Möglichkeiten war das nicht immer von Erfolg gekrönt. Als am 12. Mai 1930 das Haus Ashauer in Schwalefeld brannte, machten sich sofort nach dem Alarm die mit Elsen Pferden bespannte Spritze und die Feuerwehrmänner zu Fuß auf den Weg nach Schwalefeld. An der Brandstätte angekommen war das Haus bereits abgebrannt und zusammengestürzt. Ein Jahr später am 14. Juli 1931 wiederholte sich dieser erfolglose Einsatz beim Brand von Kesper - Hermens in Schwalefeld.


Von 1955 bis 1979

Ein Großbrand im Haus von Ernst Kesper – Schneiderhaus forderte am 25 November 1956 von den Feuerwehrleuten höchsten Einsatz. Der starke Frost ließ Schläuche platzen und verwandelte die Männer in lebende Eiszapfen. Durch die großen Heu- und Strohvorräte brannten Dachboden und Scheune völlig aus. Immer wieder aufflackernde Glutnester hielten die Brandwachen die ganze Nacht in Atem.
Beim Bezirksfeuerwehrfest am 5. Mai 1957 zeigte die Wehr ihre Einsatzbereitschaft mit einer Angriffsübung auf die Volksschule.

Die gestiegenen Anforderungen durch den stark gewachsenen  und sich immer mehr ausbreitenden Ort Willingen führten am 19. April 1958 zur Übernahme des mit Hilfe der Gemeinde angeschafften und sehnlichst erwarteten ersten Feuerlöschfahrzeugs der Feuerwehr, einer LF8/Ts. Die Feuertaufe erhielt das Fahrzeug noch in diesem Jahr bei der Bekämpfung von drei Waldbränden sowie einem Brand der damaligen Müllkippe an der Straße nach Brilon-Wald. Ein Kellerbrand im Hotel Göbel konnte im Herbst 1958 mit einem neu angeschafften Schaumlöscher gelöscht werden.

In den folgenden Jahren übernahm die Wehr immer mehr allgemeine Aufgaben für das Dorf Willingen. Neben der jährlichen Hilfeleistungen beim Ettelsbergfest und den Absperr- und Verkehrsregelungsaufgaben anlässlich der immer größer werdenden Wintersportveranstaltungen führte die Wehr am 26. Juli 1959 die ersten Wasserspiele in der alten Badeanstalt unter dem Viadukt durch. Diese Wasserspiele sind im Rahmen der Gästebetreuung bis heute fester Bestandteil des Willinger Veranstaltungskalenders geblieben. Sie fanden später an unterschiedlichen Plätzen wie im Kurgarten oder unter dem Viadukt und zuletzt am Strycker Teich statt. Großer Wert wurde auch auf die Förderung des  kameradschaftlichen Zusammenhalts durch gemeinsame Ausflüge, Fahrten, Wanderungen und Tanzveranstaltungen gelegt. Nicht zuletzt sind die jährlichen Himmelfahrtswanderungen seit Mitte der fünfziger Jahre Grund zur Freude und gemeinsamen , zum Teil bis heute unvergessenen fröhlichen Feiern gewesen.


Ab 1980 bis 2004

1980 leistete die Wehr Nachbarschaftshilfe beim Brand des Wirtschaftsgebäudes des Upländer Hofs in Schwalefeld. Im Mai brannte die Kistenfabrik Neumann auf dem Gelände des Bahnhofs vollständig ab. Einen Großbrand gab es im Spätherbst in dem Aussiedlerhof Stremme (Schäpes). Hier half die Feuerwehr aus Usseln und die aus Brilon mit ihrer Drehleiter. Aus Korbach kam der Lichtwagen zur Ausleuchtung der Brandstelle.

Die Notwendigkeit zur Beschaffung einer Drehleiter erwies sich als immer wichtiger. Da ergab sich eine günstige Gelegenheit zum Erwerb einer solchen Leiter, als die Stadt Bad Wildungen für die dortige Feuerwehr eine neue Leiter bestellte und die bisherige Leiter DL 25 verkauft werden sollte. Kurz entschlossen kaufte die Gemeinde Willingen diese gebrauchte Leiter, Baujahr 1962 und konnte sie bereits am 16. Januar 1982 an die Feuerwehr übergeben.

Der Brand eines 1952 von der Gemeinde für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien errichteten Mehrfamilienhauses unterhalb der Straße nach Brilon führte 1981 zur völligen Vernichtung des Gebäudes, das in Willingen unter dem Namen „Klein Korea“ bekannt war. Der schnelle Einsatz der Feuerwehr konnte nichts mehr retten.

Die Anzahl der technischen und sonstigen Hilfeleistungen nahm in den nächsten Jahren immer mehr zu. Die ständig steigende Anzahl der technischen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen, Entfernung von auslaufendem Benzin, Entfernung von Ölspuren, die Entfernung von Wespennestern, das Auspumpen von Kellern, Rettungsaktionen an der Seilbahn, Verkehrsregelungen und Ordnungsdienste bei Großveranstaltungen im Sommer, wie beim Rollskirennen Rund um den Sauerlandstern, und im Winter bei den jährlichen Skispringen sowie Suchaktionen nach vermissten Personen. So erfolgte 1981 nach einem Skispringen am Mühlenkopf eine nächtliche Suchaktion nach fünf Kindern, die erst am nächsten Morgen in einem Holzschuppen in der Titmaringhäuser Gemarkung gefunden werden konnten.

1982 erhielt die Wehr einen gebrauchten Kleinbus vom Skiclub, der umgespritzt noch gute Dienste leistete.

1983 erfolgte die Ausrüstung aller Fahrzeuge mit Funk. Alarmiert wurde die Wehr nur noch zentral über die Leitstelle in Korbach über Funk und Sirene. Erstmalig gab es 1983 einen Tag der offenen Tür, an dem sich die Feuerwehr mit Vorführungen und Übungen darstellte. Dieser Tag fand von da an einen festen Platz in jedem Jahresprogramm.

Am 28. April 1984 entdeckten Nachbarn starke Rauchwolkenüber der Holzwarenfabrik F.A. Kesper an der Straße zur Hoppecke. Vermutlich hatten spielende Kinder in einem Schuppen am Rande des Fabrikgeländes gezündelt. Nach nur fünf Minuten heiß es bereits „Wasser marsch“. Trotzdem gelang es erst nach zwei Stunden mit Hilfe der herbeigeeilten Feuerwehren aus Usseln, Brilon und Korbach, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Halle der Fabrik brannte völlig aus. Lediglich der massiv gebaute Teil des Bürogebäudes blieb teilweise verschont.

1986 erreichte Ernst Marpe die Altersgrenze, trat von allen Ämtern zurück und wechselte, nachdem ihm Bürgermeister Rehbein die Ehrennadel des Landes Hessen verliehen hatte, in die Alters- und Ehrenabteilung. Als Nachfolger wurde Hans-Heinrich Holwoschka gewählt.

Nachdem am 26. Januar 1989 ein neues TLF 16/25 an die Feuerwehr übergeben werden konnte, stand der Feier zum 60. Jubiläum mit gleichzeitiger Einweihung der weitgehend in Eigenleistung erweiterten Fahrzeughalle am 1. Mai 1989 mit 150 geladenen Gästen nichts mehr im Weg. Der ebenso erneuerte Schulungsraum und der Einbau einer Abgasabsauganlage zeigten die gestiegene Wichtigkeit der Willinger Wehr. Ende 1989 erfolgte dann noch die Übergabe eines aus Mitteln der Landesregierung finanzierten Rüstwagens RW 1. Die Alarmierung der Einsatzabteilung erfolgte ab sofort über 30 neu beschaffte Meldeempfänger.

Am 28. April 1989 ging mit dem Eichenkreuzheim am Ettelsberg ein Stück Willinger Kulturgeschichte in Flammen auf. Fünfzig Feuerwehrleute aus Willingen, Usseln und Schwalefeld konnten lediglich den unmittelbar an das Gebäude heranreichenden Wald vor den Flammen schützen. Das bis auf das Kellergeschoss ausschließlich aus Holz gebaute Heim brannte trotz der Bemühungen der Feuerwehren völlig ab.

1991 machten sich ändernde Steuervoraussetzungen und Anpassungen an das Vereinsrecht eine neue Vereinssatzung der Feuerwehr mit Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Korbach unter dem Namen „Freiwillige Feuerwehr Willingen“ notwendig. Dieser Schritt war aus Gründen der Rechtssicherheit für den Vorstand und die Wehr notwendig geworden. Der Vereinsvorsitzende übernahm, wie schon in früheren Jahren, gleichzeitig die Aufgaben des Wehrführers. Der Satzungsänderung stimmten die Mitglieder der Wehr während der Jahreshauptversammlung am 23. Februar 1991 einstimmig zu und wählten Hans-Heinrich Holwoschka zum Vorsitzenden.

Die Alarmierung aller Mitglieder der Einsatzabteilung bei jedem Ereignis hatte sich als nicht sehr zweckmäßig erwiesen. Daher erfolgte die Alarmierung ab 1992 in drei Gruppen durch die zentrale Leitstelle, um die Anzahl der zu alarmierenden Feuerwehrleute besser der jeweiligen Situation anzupassen und die Zeit von drei bis fünf Minuten einhalten zu können.

Im Jahr 1992 schaffte die Wehr vier Vollschutzanzüge für Chemieunfälle und einen Insektenschutzanzug an.

1994 stellten sich bei der mehr als dreißig Jahre alten Drehleiter gravierende Mängel ein, die einen sicheren Betrieb nicht mehr zuließen.

Erneut bot sich eine günstige Gelegenheit als die Landesfeuerwehrschule in Kassel eine gebrauchte DLK 23/12 zum Verkauf anbot und die Verantwortlichen der Gemeinde kurz entschlossen zugriffen und die Leiter kauften.

Am 5. März 1994 war bereits die Übergabe an die Wehr. Das Fahrzeug TLF 16 erhielt in diesem Jahr neue Behälte für die Chemieschutzanzüge und einen dreiteilige Steckleiter. Ein Einsatzleitwagen stand ab sofort ebenfalls zur Verfügung, an dessen Anschaffung sich die Wehr mit 6.000 DM Eigenmitteln beteiligte.

Im Jahr 1995 wurde die Wehr zu einem Großbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Kerbe gerufen, bei dem trotz schnellstem Einsatz für zwei Bewohner jegliche Hilfe zu spät kam.

1996 richteten die Brandschützer eine eigene Atemschutzwerkstatt für alle Wehren der Großgemeinde ein und Hans-Heinrich Holwoschka trat nach zehn Jahren als Wehrführer zurück. Er übernahm die Aufgaben des Ortsbrandmeisters der Großgemeinde Wilingen. Als Wehrführer und Vorsitzenden der Willinger Wehr wählten die Feuerwehrleute den bisherigen zweiten Vorsitzenden Jürgen Querl.

1997 führte die Feuerwehr den Kreisfeuerwehrverbandstag im Haus des Gastes mit über 800 Teilnehmern zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer durch.

1998 baute die Wehr einen Schulungsraum an das Gerätehaus in Eigenleistung an.

Am 4. Februar 2002 gab es wieder eine neue Art der Hilfeleistungen als ein junge beim Spielen auf dem zugefrorenen Stryckteich durch die Eisdecke brach und zu ertrinken drohte. Die Feuerwehrleute konnten das Kind aus seiner misslichen Lage retten. Außer einer Unterkühlung und dem Schrecken blieb es unverletzt. Nach diesem Einsatz schaffte die Wehr auch ein eigenes Rettungsboot an. Puiwie 01.

Ebenfalls 2002 kam es zu einem schweren Verkehrsunfall auf der B 251 zwischen Usseln und Willingen.

Wegen vermutlich nicht angepasster Geschwindigkeit kam ein VW Golf von der Straße ab und prallte gegen die am Straßenrand stehenden Bäume. Für die beiden jungen Männer kam trotz aller Bemühen jede Hilfe zu spät; sie waren vermutlich sofort Tod.


Von 2005 bis Heute

Die Bekämpfung von Bränden gerät immer mehr in den Hintergrund.

Wie auch in den Vorjahren wird die Feuerwehr immer häufiger zu technischen Hilfeleistungen gerufen, wie beispielsweise Verkehrsunfällen, Türöffnungen, Personensuchen, Bergungen oder Ähnlichem.

2007 brannte im Willinger Ortsteil Bömighausen ein Ferienhaus aus Holz trotz schnellen Einsatzes bis auf die Grundmauern nieder. Die drei Bewohner, Opa, Vater und Enkel aus den Niederlanden konnten sich allesamt in Sicherheit bringen. Der starke Frost behinderte die Löscharbeiten erheblich.

2008 erweiterte sich der Fuhrpark der Feuerwehr. Mit eigenen Mitteln erwarb der Feuerwehrverein einen gebrauchten VW Transporter T5. Dieser diente ab sofort der Intern und dem Feuerwehrverein für Transportfahrten auf Veranstaltungen und den alljährlichen Feuerwehrfahrten.

Ebenfalls 2008 trieb ein Feuerteufel in Willingen und Umgebung sein Unwesen. Die Willinger Wehr wurde zu zahlreichen Wald- und Flächenbränden gerufen; ob auf den Ettelsberg oder an den Treis, an die Straße Richtung Bilon-Wald oder Richtung Rattlar. Glücklicherweise stellte sich dieses Untreiben nach geraumer Zeit wieder ein.

Am 18.09.2008 wurde die Willinger Feuerwehr zur Unterstützung an den Diemelsee in die Gemarkung Kotthausen gerufen. Ein älteres Stallungsgebäude eines landwirtschaftlichen Betriebs stand lichterloh in Flammen. Der Brand griff rasch auf den Dachstuhl des daneben stehen Wohnhauses über.
Das Stallungsgebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. Ebenso brannte das Dachgeschoss des Wohnhauses vollständig aus.
Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren konnte jedoch verhindert werden, dass ein daneben stehender neuer Stallungstrakt ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Desweiteren überlebten alle 240 Kühe des Milchbetriebs den Brand.
Zur Zeit des Brandes hielten sich 5 Familienmitglieder im Gebäude auf, die alle gerettet werden konnten.

2008 gab es einen weiteren Grund zur Freude für die Willinger Feuerwehr. Der seit 1994 gute Dienste geleistete Einsatzleitwagen ELW 1 auf Basis des Mercedes-Benz 2100 D konnte in den verdienten Ruhestand geschickt werden. Die Gemeinde Willingen übergab der Wehr einen brandneuen Einsatzleitwagen ELW 1 auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter 313 CDI 4x4. Ausgestattet mit modernster Technik wie Faxgerät, Laptop, Handy, diversen Telefonen und Funkgeräten war die Einsatzfähigkeit weiter gestärkt.

2009 konnte die Feuerwehr Willingen einen Gerätewagen Logistik 2 in Dienst stellen. Gemeinsam mit der Firma Rosenbauer aus Luckenwalde musste ein Fahrzeug entwickelt werden, das den gestiegenen Anforderungen der technischen Hilfeleistung gewachsen war. Es galt eine Vielzahl von Gerätschaften und Materialien auf dem Fahrzeug zu verlasten und trotzdem eine geräumige Mannschaftkabine beizubehalten sowie Geländegängikeit zu gewährleisten.
Nach unzähligen Gesprächen und Terminen war eine Lösung gefunden.
Auf Basis eines MAN TGM 13.240 wurde ein komplett neu entwickelter Aufbau konstruiert.
Ausgerüstet mit Staffelkabine, 2 seitlichen Gerätefächern und einer heckseitig montierten Hebebühne.
Dieses neue Fahrzeug ersetzte den alten RW 1 auf Unimog und den Gerätewagen Nachschub GW-N auf Mercedes-Benz 100 D. Der alte RW 1 wurde daraufhin bei der Firma Rosenbauer in Luckenwalde zum TLF 2000 umgebaut; der alte GW-N ist weiterhin bei der Gemeinde Willingen im Dienst. Er dient dem Malerteam vom Bauhof als Transportfahrzeug.

Durch neue Brandschutzbestimmungen und Gesetzeslagen sind Fehlalarme durch automatische Brandmeldeanlagen in den letzten Jahren leider zur gewohnten Tagesordnung geworden und werden weiterhin dazu gehören.
Aber diese Anlagen erfüllen auch Ihren Zweck, beispielsweise beim Kellerbrand 2010 im Sauerland Stern Hotel, welcher ohne solch eine BMA vermutlich erst viel später bemerkt worden wäre.

Im Herbst 2010 musste die Feuerwehr Willingen zu einem Verkehrsunfall auf die Bundestraße 252 Richtung Brilon-Wald ausrücken. Dort waren zwei Autos frontal zusammengeprallt, wobei drei Personen schwerst verletzt wurden; eine von ihnen im Fahrzeug eingeklemmt.

Am 18.04.2012 wurde die Feuerwehr Willingen gemeinsam mit der Feuerwehr Usseln zu einem Verkehrsunfall zwischen Neerdar und Usseln mit dem Stichwort „Verkehrsunfall, zwei Personen eingeklemmt“ alarmiert.
Dort war ein mit einem älteren Ehepaar aus den Niederlanden besetzter Opel von der Straße abgekommen und hatte sich überschlagen. Für die Ehefrau kam leider jede Hilfe zu spät; sie verstarb noch an der Unfallstelle.

Mit der Beschaffung des neuen HLF 10/6 auf MAN TGM 13.290 im September 2012 als Ersatz für den in die Jahre gekommenen LF 8 ist die Leistungsfähigkeit der Wehr weiterhin gewährleistet. Unser altes LF 8 auf Unimog verrichtet jedoch weiterhin seinen Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr in Süddeutschland.

Am 14.08.2013 wurden wir gegen 13:00 Uhr durch die automatische Brandmeldeanlage des Sauerland Stern Hotels in Willingen alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, dass sich diese Alarmierung zum größten Einsatz der letzten Jahre entwickeln wird. Bereits auf der Anfahrt teilte uns die Leitstelle über Funk mit, dass ebenfalls Notrufe über Telefon eingegangen seien. Bei Ankunft an der Einsatzstelle musste erst einmal geklärt werden, wo der Brand ausgebrochen ist, da dies durch die starke Rauchentwicklung nicht sofort ersichtlich war. Im Bereich des Schwimmbad- und Wellnessbereichs war in einer Innensauna ein Schwelbrand ausgebrochen, welcher sich zu einem Brand durch den ganzen Wellnessbereich im Kellergeschoss ausbreitete. Bei Ankunft der ersten Einsatzkräfte waren noch zwei Personen im Brandbereich vermisst, welche jedoch rasch aufgefunden und gerettet werden konnten, sodass sich das Hauptaugenmerk auf die Brandbekämpfung beschränkte. Die enorme Rauch- und Hitzeentwicklung erschwerte die Einsatzmaßnahmen erheblich. Da schnell klar war, dass dieser Brand nicht in kürzester Zeit gelöscht werden konnte, und ein ernormer personeller Aufwand damit verbunden war, insbesondere Atemschutzgeräteträger, wurde für die Großgemeinde Willingen Vollalarm aller neun Willinger Wehren ausgelöst. Desweiteren wurde die Feuerwehr Korbach mit Atemschutzgerätewagen und ELW 2 sowie die Feuerwehren Diemelsee alarmiert. Ebenfalls war ein Großaufgebot an RTW’s und NEF’s sowie der leitende Notarzt und der organisatorische Leiter Rettungsdienst an der Einsatzstelle sowie der Kreisbrandinspektor.
Im Verlauf der Einsatzmaßnahmen entschied man sich dazu das Hotel, belegt mit 1.450 Gästen, komplett zu evakuieren, da sich der Brandrauch auch in weitere Etagen ausbreitete. Dies efolgte durch freie Kräfte von Feuerwehr und einem Großaufgebot der Polizei in das gegenüberliegende Tagungszentrum.
Gegen ca. 18:00 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehren beendet. Erst jetzt konnte man das ganze Ausmaß des Brandes erkennen. Der gesamte Sauna- und Wellnessbereich wurde nahezu komplett zerstört; angrenzende Räume stark in Mitleidenschaft gezogen; darunter auch das Hallenbad.
Zum Glück wurde kein Feuerwehrangehöriger bei diesem Einsatz verletzt, was angesichts der enormen Hitze im Brandbereich und der extremen Einsatzbedingungen nicht auszuschließen war.
Leider sind jedoch über 20 Personen, Gäste oder Hotelpersonal, durch Brandrauch verletzt worden; sei es durch eigenes Verschulden oder durch den Brand selbst beim Verlassen des Gebäudes.
Aber auch hierbei zeigte sich wieder, dass automatische Brandmeldeanlagen auch ihren Sinn haben; sonst wäre der Brand vielleicht erst viel später entdeckt worden.
Zugute kam der Feuerwehr, dass das Sauerland Stern Hotel des öfteren für Übungen genutzt wird und man sich somit besser auskannte als vielleicht an anderen Objekten in Willingen.
Die Zusammenarbeit aller beteiligten Rettungskräfte klappte hervorragend.

Ende Oktober konnten wir als Ersatz für unser TLF 16/25 ein neues StLF 20/25 auf einem MAN TGM 13.290 in Dienst stellen. Zur Ausstattung gehört unter anderem ein 4.000 Liter fassender Löschwassertank, Lichtmast, fest eingebauter Stromerzeuger, sowie ein Wasserwerfer auf dem Dach.

Zur Zeit, stand Januar 2015 verrichten ca. 40 aktive Kameraden ihren Dienst in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Willingen.